Ein Sommer voller Wind, Wasser und Mut

Inklusieve Segelausbildung 31. Okt. 2025

Das Segelprojekt 2025 der Privaten Petö Schule Inn Oberaudorf und des Segelclubs Prien am Chiemsee

Gefördert durch die Heinz Kettler Stiftung

Wenn im Frühling die ersten Sonnenstrahlen über den Chiemsee glitzern, beginnt für viele Schülerinnen und Schüler der Privaten Petö Schule Inn Oberaudorf etwas ganz Besonderes: Das gemeinsame Segelprojekt mit dem Segelclub Prien am Chiemsee. Von April bis Oktober 2025 durften 24 Jugendliche mit körperlichen, geistigen und sozialen Einschränkungen erleben, wie es sich anfühlt, das Steuer selbst in die Hand zu nehmen – getragen vom Wind, begleitet von Wellen, Sonne und ganz viel Teamgeist.

Dank der großzügigen Unterstützung der Heinz Kettler Stiftung konnte das Projekt auch in diesem Jahr wieder stattfinden – und es wurde für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ein Team auf und neben dem Wasser

Jeden Donnerstag fuhren die Jugendlichen mit ihren Lehrerinnen, Betreuern und Begleitern nach Prien, wo sie schon von den Segeltrainern und den ehrenamtlichen Assistentinnen und Assistenten des Segelclubs erwartet wurden. Insgesamt begleiteten drei Betreuer der Schule, vom SCPC zwei Segeltrainer und zehn Helferinnen und Helfer die Gruppe durch die Saison.

 Für viele der Jugendlichen war es das erste Mal, ein Boot zu betreten – und auch das erste Mal, auf den eigenen Körper zu vertrauen, um Wind und Wasser zu spüren und zu lenken. Anfangs war die Aufregung groß, manchmal mischte sich auch etwas Unsicherheit dazu. Doch schon nach den ersten Fahrten war die Freude über das Erlebte deutlich spürbar: Lächeln, Stolz und Begeisterung, wenn das Boot Kurs auf den Horizont nahm.

Lernen, was man kann – und was in einem steckt

Beim Segeln geht es nicht nur um Technik, Windrichtung oder Segelstellung. Es geht um VertrauenZusammenhaltund den Mut, Neues zu wagen. Genau das konnten die Jugendlichen in diesem Projekt erleben.

 Jede Woche wuchsen sie ein Stück über sich hinaus – beim gemeinsamen Aufriggen der Boote, beim Einsteigen, Steuern oder einfach beim Zusehen und Mithelfen. Auch wenn es manchmal nicht auf Anhieb klappte, wurde niemand allein gelassen: Einer half dem anderen, und jedes kleine Erfolgserlebnis wurde gemeinsam gefeiert. So entstand auf dem Wasser eine besondere Gemeinschaft, die weit über den Segelsport hinausging. Die Jugendlichen lernten, Verantwortung zu übernehmen, aufeinander zu achten und den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen – wichtige Erfahrungen, die auch im Alltag nachwirken.

Höhepunkt und Abschied auf dem See

 Der letzte Unterrichtstag im Oktober war ein besonderer Moment. Zum Abschluss der Segelsaison unternahmen alle gemeinsam eine Fahrt mit dem Feuerwehrboot rund um die Herreninsel und Fraueninsel. Der Chiemsee zeigte sich an diesem Tag von seiner schönsten Seite – spiegelglattes Wasser, Sonne und ein Hauch von Wehmut in der Luft. Für viele war es ein emotionaler Abschied von einer intensiven, spannenden und manchmal auch herausfordernden Zeit. Doch der Stolz, das Erreichte gemeinsam geschafft zu haben, überwog bei allen. Am Ende standen strahlende Gesichter, Umarmungen und der Wunsch: „Nächstes Jahr wieder!“

Ein herzliches Dankeschön

 Dieses besondere Projekt wäre ohne die Unterstützung der Heinz Kettler Stiftung nicht möglich gewesen. Sie übernahm die gesamten Projektkosten und ermöglichte damit den Jugendlichen, sich auf eine ganz neue Art zu erleben – frei, stark und selbstbewusst. Ein großer Dank gilt auch den Trainern und Assistentinnen des Segelclubs Prien am Chiemsee, die mit Geduld, Herz und Begeisterung jede Woche dafür sorgten, dass Lernen, Lachen und Sicherheit Hand in Hand gingen. Ebenso danken wir den Lehrerinnen und Betreuern der Privaten Petö Schule, die ihre Schülerinnen und Schüler mit Engagement und Zuversicht begleitet haben. Das Segelprojekt 2025 hat gezeigt: Inklusion kann man nicht nur denken – man kann sie leben. Auf dem Wasser wird jeder Windstoß zum Symbol dafür, dass wir gemeinsam alles schaffen können.

 Ausblick

 Alle Beteiligten hoffen, dass diese wertvolle Zusammenarbeit auch in den kommenden Jahren fortgesetzt wird – damit noch viele junge Menschen die Erfahrung machen können, wie befreiend es ist, den Wind selbst in den Händen zu halten.

 Euer Lothar

                                               

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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